Friedrich22

Das Friedrich22 der Comeback gGmbH ist ein integriertes Drogenhilfezentrum und eine niedrigschwellige Anlaufstelle für volljährige Konsument:innen illegalisierter Substanzen. In der Einrichtung wurden die bisherigen Angebote des Kontakt- und Beratungszentrums sowie des Drogenkonsumraums „das Ara“ zusammengeführt, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen umfassende Unterstützung aus einer Hand anzubieten.

Die Zielgruppe umfasst insbesondere Menschen mit langjährigen Abhängigkeitserkrankungen und diversen Problemlagen, deren Lebenssituation häufig von gesundheitlichen Belastungen, Wohnungslosigkeit, sozialer Ausgrenzung und existenziellen Herausforderungen geprägt ist. Das Friedrich22 versteht sich als “Safer Space“, an dem Hilfe ohne hohe Zugangshürden in Anspruch genommen werden kann.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht ein akzeptanzorientierter und wertschätzender Ansatz. Die Mitarbeitenden begegnen den Besucher*innen unabhängig von ihrem Konsumverhalten und den individuellen Problemen, respektvoll und unterstützen sie dabei, ihre gesundheitliche und soziale Situation zu stabilisieren sowie individuelle Perspektiven zu entwickeln. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken zu minimieren, soziale Teilhabe zu fördern und einer weiteren Verelendung entgegenzuwirken.

Das Unterstützungsangebot umfasst Aufenthalts- und Kontaktmöglichkeiten im Cafébereich, Hilfen zur Alltagsbewältigung wie Frühstücks- und Mittagsangebote, Duschen, Kleiderkammer, Telefon- sowie PC-Nutzung und das Einrichten einer Postadresse sowie medizinische und psychosoziale Unterstützung. Darüber hinaus stehen Beratungsangebote in mehreren Sprachen, Krisenintervention, Vermittlungen in weiterführende Hilfen sowie individuelle Begleitung zur Verfügung.

Ein zentraler Bestandteil des Friedrich22 ist zudem der Drogenkonsumraum. Dieser richtet sich an Menschen, die illegalisierte Substanzen sowie ärztlich verordnete Substitute konsumieren. Der Betrieb erfolgt auf Grundlage des § 10a Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und der “Bremischen Verordnung über den Betrieb eines Drogenkonsumraums“. Das Angebot dieses Raumes umfasst unter anderem die Bereitstellung sauberer Konsumutensilien sowie die Sicherstellung einer sofortigen medizinischen Notfallversorgung. Die zu konsumierenden Substanzen müssen von den Klient*innen selber mitgebracht werden.

Der Drogenkonsumraum leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsprävention und Schadensminimierung („Harm Reduction“). Durch die Möglichkeit des überwachten Konsums können gesundheitliche Risiken reduziert und im Falle von Überdosierungen schnelle Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden. Gleichzeitig trägt das Angebot zur Verringerung von Infektionsrisiken wie HIV oder Hepatitis bei und entlastet den öffentlichen Raum von offenem Konsum und konsumbedingten Rückständen.

Zu den Angeboten vor Ort gehören neben der sozialarbeiterischen Beratung und Unterstützung außerdem der Tausch steriler Konsumutensilien, Informationen zu Safer Use und Infektionsschutz und die Medizinische Ambulanz (siehe medizinische Ambulanz). Durch die enge Verzahnung aller Hilfen innerhalb des Friedrich22 entstehen kurze Wege und eine umfassende, bedarfsgerechte Unterstützung für die Nutzer:innen.